Symbolbild: Banner einer Generalversammlung mit Pfeil
Highlights
  • Digitale GVs werden Einzug halten und auch nach Corona bleiben, dort wo sie zur Unternehmenskultur passen.


  • Mit der hybriden GV kann bequem ein grösseres Publikum weltweit erreicht werden.


  • Der Zweck der GV wird sich künftig ändern: mehr hin zu Wissen, Erlebnis und Interaktion.
     

  • Aufgaben im Zusammenhang mit der Organisation und Planung der GV verschieben sich von Logistikfragestellungen hin zur ganzheitlichen und erlebnisorientierten Veranstaltungsplanung.

 

  • Noch viele weitere Jahre werden Aktionärinnen und Aktionäre – im Rahmen der physischen GV – frische Gipfeli geniessen.

Generalversammlung der Zukunft
Bestandsaufnahme von Oliver Furrer

Der legere Schwatz mit der Geschäftsleitung, das Votantenpult zur Kundgabe der persönlichen Meinung zum Jahresabschluss, ein knuspriges Gipfeli vor Versammlungsstart oder das Bhaltis bei der Verabschiedung...


Es sind Erlebnisse, wie man sie von vielen GVs börsenkotierter Firmen kennt – ob mit 40 oder 4'000 Gästen. Die persönliche Kontaktpflege in Form der jährlichen Generalversammlung ist für viele Unternehmen, Aktionärinnen und Aktionäre ein fixer Termin in der Frühlingsagenda.

Spätestens nachdem der Bund die Versammlungsfreiheit von Personen infolge der Pandemie eingeschränkt hat, sahen sich hunderte Unternehmen gezwungen, ihre GV unter Ausschluss von Aktionärinnen und Aktionären im stillen Kämmerlein mittels brieflicher Abstimmung oder Stimmabgabe an den unabhängigen Stimmrechtsvertreter durchzuführen. Was im Frühjahr 2020 meist sehr kurzfristig und mehr improvisiert denn routiniert über die Bühne ging, dürfte auch im Frühling 2021 in den meisten Fällen nochmals ähnlich vonstattengehen, wenn da und dort auch etwas professioneller und digitalisierter als im Vorjahr.
 

Aufgezwungene Digitalisierung

Im 2020 hat die Gesellschaft gezwungenermassen viele Erfahrungen im Umgang mit der Digitalisierung gesammelt. Eventtechnikanbieter haben ihr Equipment aufgestockt, Nischenplayer haben sich auf die digitale Realisation von GVs spezialisiert. Technisch bieten sich heute bereits Lösungen, eine GV unter Einbezug des Aktionariats digital durchzuführen. Man stelle sich ein im Corporate Design der Firma gebrandetes TV-Studio mit Bühnenbau vor. Charmant anmoderiert sprechen VRP, CEO und CFO über das letzte Jahr und die Geschäftsergebnisse, die Aktionärinnen und Aktionäre verfolgen die Vorträge per Livestream. Fragen oder Voten gelangen per Chat an die jeweiligen Personen. Abgestimmt wird in Echtzeit via Smartphone oder Internetbrowser.
 

Aufgezeigte Realität

So weit so gut. In Tat und Wahrheit dürfte die Mehrheit des Aktionariats mit den technischen Voraussetzungen überfordert und von der Aussicht eines stündigen Monologs der Firmenführung wenig von einer digitalen Teilnahme einer GV angetan sein. Der persönliche Eindruck, die Kontaktpflege und Kundenbindung sowie das allseits beliebte Aktionärsgeschenk bleiben auf der Strecke. Doch wie sieht nun die GV der Zukunft aus?  Denn blickt man auf das mehrheitlich ältere Publikum von Generalversammlungen, scheint denn auch die bisherige Form der GV früher oder später ein Auslaufmodell zu sein...
 

Digital, klassisch, hybrid

Im groben zeigen sich drei Szenarien. Rein digitale Generalversammlungen wie vorgängig beschrieben, werden kaum grossflächig zur Anwendung gelangen. Sie werden sich aber durchaus als pragmatische Lösung für eine administrative Rechenschaftspflicht durchsetzen – bei digital etablierten Unternehmen, die ein tendenziell kleines, internationales und digital affines Aktionariat aufweisen.
 

Die klassische Generalversammlung wird sich ihren Platz in der Frühlingsagenda vorerst zurückerobern. Denn die Gipfeli kommen wohl noch viele Jahre nicht zuhause aus dem 3D-Drucker und so manche freuen sich auf den sympathischen Händedruck mit der Verwaltungsrätin. Anstelle der reinen Bekanntgabe von Geschäftszahlen und Reportings sowie dem Abholen der Décharche durch das Aktionariat wird die GV künftig vermehrt ihr Potential als Plattform zur Imagepflege, der Informationsvermittlung dem direkten Austausch und der Beziehungspflege erkennen müssen. Was kann ich als Unternehmen dem Aktionär, der Aktionärin mehr bieten – an Einblick, an Erlebnis, an Interaktion, an Wissen?
 

Zur klassischen, physischen GV wird sich in den kommenden Jahren die hybride Form der GV gesellen. Durch das Zugänglichmachen der Versammlung mit Abstimmungen und Rahmenprogramm auf digitalen Kanälen, kann das Aktionariat breiter abgeholt und Entscheide breiter abgestützt werden. Unternehmen eröffnen dem Aktionariat einen weiteren Interaktionskanal und bieten eine bequeme Möglichkeit von überall aus mitzubestimmen.
 

Die Zukunft der GV wird vielfältig

Für Unternehmen eröffnen sich (rascher als gedacht) neue Möglichkeiten, ihre Generalversammlung abgestimmt auf Ziele, Interessen und Unternehmenskultur zu nutzen und diesen Kanal gekonnt zu bespielen. In der Planung und Organisation erfordert dies ein Umdenken, weg von reinen Ablauf- und Logistikfragen hin zu einer erlebnisorientierten Veranstaltungsplanung, bei der Aktionäre und Aktionärinnen im Fokus stehen.

 

Wir freuen uns auf diese GV Zukunft – und den herzhaften Händedruck mit Lieferanten, Partnern und unserer Kundschaft.

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